26.08.2013 – Laborwarnung II

Ich war immer ein Freund der Großlabore, wer mich kennt, weiß das. Zu Zeiten zu denen andere ein Loblied auf teure Fachlabore mit alteingesessenen Namen sangen, war ich immer eher skeptisch und empfahl Diafilme in großen Bilderfabriken zu entwickeln. Ab in die Tüte mit dem Film und im nächsten Drogeriemarkt einwerfen. Von dort wird er dann per Boten zu CeWe-Color oder einem der anderen Großen irgendwo in Europa gefahren, sach- und fachgerecht entwickelt und per Boten wieder zurück in den nahem Drogeriemarkt gebracht, wo man ihn eine gute Woche später abholt. Eine gute und sichere Sache – und eine preiswerte.

Auch Sonderwünsche stellen normalerweise – bei der Diafilmentwicklung – keine Probelme dar. Meine Filme sollen regelmäßig nicht geschnitten werden, also schreibe ich deutlich lesbar „NICHT SCHNEIDEN“ auf die Tüte und versehe sie noch mit einem entsprechenden Aufkleber. Funktionierte bisher immer. Der Film kam sauber in seinem Filmschlauch auf einen Pappkern gerollt zurück in den Drogeriemarkt.

Nun habe ich auch einmal einen Negativfilm ebenso behandelt. Rollfilm 120 mit 6 Negativen 6×12 darauf. Text und Aufkleber auf die Tüte, ab in den Sammelkasten von R…….., meinem nächsten Drogeriemarkt.

Eine Woche später holte ich den Film in wieder ab. Daß es keine ordentlichen Abzüge geben würde, war mir klar, deshalb hatte ich auch die günstigtse Version angekreuzt. Filmentwicklung ohne Abzüge versteht kein Großlabor und ist daher auf den Tüten und in den Köpfen der Mitarbeiter nicht vorgesehen.

Außen auf der ungewöhnlich dünnen Filmtüte fanden sich mehrere Bearbeitungsaufkleber, einer davon lautete „Fach Entwicklung“. Der Inhalt war dann so erschreckend wie die Schreibweise:  der Filmstreifen war nicht geschnitten , sehr schön, aber er war nackt, ohne jegliche Schutzhülle oder Zwischenpapier gerollt und in das Unterteil einer Kleinbilddose gesteckt!

Negative sind einmalige Originale, wie kann man sie nackt rollen?

Seit ewigen Zeiten ist es selbstverständlich Diafilme in Schutzhüllen zu packen und sie erst dann zu rollen oder in anderer Form zu verpacken. Diafilme sind von ihrem Aufbau in aller Regel stabiler als Negativfilme, wie kann man also diese empfindlicheren Filme rollen ohne sie gegen Kratzer zu schützen?

Das war keine Fachentwicklung, das war eine Entwicklung, vor der ich nur warnen kann!

Somit: Laborwarnung!

Die Rossmann Drogeriemärkte arbeiten für ihre Fotoprodukte mit der Orwo Net GmbH, die auch als Pixel Net oder Foto Quelle am Markt auftritt zusammen. Dia Rollfilme werden zu allcop Farbbild-Service GmbH & Co KG nach Lindenberg im Allgäu weitergegeben, von wo sie zur Entwicklung an ein Labor in Österreich weitergeschickt werden. Wer die Negativfilme wo entwickelt, ist mir nicht bekannt.

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