Der Evolution zweite Stufe – Optik

Die Lochkamera stellt die erste Evolutionsstufe der Kamera dar.

In der zweiten Stufe wurde das Loch größer und durch eine Glaslinse gefüllt. Die Belichtungszeiten wurden kürzer und das Bild schärfer. Das ist die Stufe der Box-Kameras. Erster Vertreter dieser Gattung war Georg Eastmans Kodak Nr. 1, berühmtester Vertreter in Deutschland die Agfa Box.

Mit der Zeit wuchs die Größe, Zahl und Qualität der Linsen. In der Hochzeit der Photoobjektive mit rein sphärischen Linsen durften das dann für das weitste Weitwinkel von Nikon, das Fisheye Nikor 2.8 / 6 mm schon mal 12 Linsen mit einer Frontlinse von etwas über 21 cm Durchmesser sein – und das für ein Kleinbildobjektiv! – O.k., es ist ein Spezialobjektiv, das seit 1972 nur auf Bestellung gefertigt wurde, aber es gibt doch einige davon weltweit. Aufsehen erregte der Londoner Fotohändler Grays of Westminster als er im Frühjahr eines dieser Superobjektive in neuwertigem Zustand anbot und seine Fähigkeiten auch im Internet zeigte (http://www.youtube.com/watch?v=zIDbw4gjunY).

An meiner fotoman 624 verwende ich nur Objektive von Schneider Kreuznach. Es gibt auch gute Objektive anderer Hersteller, aber ich habe mich vor Jahren für Schneider entschieden und diese Entscheidung nie bereut.

Für die fotman 624 müssen die Objektive einen Bildkreisdurchmesser von mindestens 22,3 cm haben, es sind somit Großformatobjektive wie sie hauptsächlich an Fachkameras 13×18 cm oder 5×7″ verwendet werden. Für mich ist das absolute „Traumobjektiv“ zur fotoman 624 das Super Angulon XL 5.6 / 90 mm, aber auch das Super Symmar HM 5.6 / 150 mm und das Apo Symmar 5.6 /210 mm verwende ich gerne. Das Symmar S 5.6 /180 mm habe ich vorerst „eingemottet“, als ich das Super Symmar HM 5.6 / 150 mm bekam.

All diese bisher genannten Objektive sind „nur“ spärische geschliffene Glaslinsen mit ein paar dünnen Schichten bedampft und in Metall gefasst, normalerweise noch mit einer Irisblende und im Fall der Mittel- und Großformatobjektive mit einem Verschluß im Inneren der Objektive versehen.

Sie tun nichts automatisch. Man muß sie durch Änderung der Entfernung zum Film (oder zum Sensor) scharfstellen, am Blendenring oder -hebel die Blende einstellen und gegebenenfalls am Verschluß die Verschlußzeit einstellen. Ist man mit Bildschärfe erst ab einer gewissen Entfernung (dann aber bis ins unendliche) zufrieden, kan man das Scharfstellen nach einmaliger Justage auch sein lassen – entsprechend der Box-Kameras. Wirklich einfache Fototechnik – für den Anwender. Für den Konstrukteur ist absolut nichts einfach an dieser Technik. Es ist dies absolute Spitzentechnologie, wenn auch im Prinzip Jahrzehnte alt. Die Gläser, aus denen später die Linsen geschliffen werden, werden von speziellen Galsherstellern nach Rezepten erschmolzen, die meist von den Objektivherstelern selbst entwickelt worden sind. Die Gläser werden dann geschliffen oder heute zum Teil auch blankgepresst, geprüft, zu Gruppen verkittet („aneinandergeklebt“), geprüft, vergütet (mit dünnen Schichten bedampft), geprüft, am Rand geschwärzt, in Objektivtuben gefasst, geprüft.

 

… Fortsetzung folgt …

 

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