01.10.2012 – Das Werkzeug des Jägers – Chasing the Light II

Das Licht zu jagen ist eine interessante Sache, aber was tut man, wenn es gefunden hat?

Vor etwa 4 Jahren begab ich mich auf den Weg zurück zu den Ursprüngen der Photographie: ich legte mir eine Lochkamera zu. Da ich auch bei einfachen Dingen einen gewissen Qualitätsanspruch habe, durfte es nicht ein einfacher Schuhkarton mit eingeklebtem Photopaier und Stecknadelloch sein, sondern es wurde eine Zero Image 45 B Deluxe von Zernike Au in Hong Kong.

Zernike Au baut sehr exakt gefertigte hölzerne Lochkameras. Sie zählen zu den besten auf dem Markt und das Zero 45 System ist das wohl vielseitigste Lochkamerasystem bis 4×5″. Es hat ein „internationales Rückteil“ oder zumindest ein Ende, das dessen Maßen entspricht. Man kann Planfilmkassetten 4×5″ oder 9×12 cm direkt daran ankoppeln. Ich enstchied micht für Rollfilmkassetten von Horseman, die es auch in einer Variante mit Anschlußplatte n 4×5-Rückteile gibt. Zunächst hatte ich nur ein Horseman Rückteil für 6×9 cm, aber nach kurzer Zheit stieg ich auf 6×12 cm um.

Die Zero Image 45 B Deluxe ist ein Lochkamerasystem mit drei „Brennweiten“: 25 mm, 50 mm und 75 mm. Den einzelnen „Brennweiten“ oder Auszugslängen ist jeweils eine Lochblende zugeordnet, die für eine optimale Schärfe sorgt. Die Lochblenden sind auf einem kleinen Rad angeordnet, das man bei abgenommener Filmkassette verstellen kann. 25mm ist sehr Weitwinklig und hat aufgrund des großne Bildwinkels einen sehr starken Helligkeitsabfall zum Rand hin. Mit dem Filmformat 6×9 cm ist dieser Auszug noch zu verwenden, mit 6×12 ist der Helligkietsabfall für mich zu stark um noch ansprechende Bilder zu liefern. 75 mm  ist mir von der Bildwirkung her – obwohl noch immer sehr weitwinklig – zu „normal“; meine Lieblingsbrennweite für 6×12 cm ist 50 mm.

Zernike Au will leider Ende 2012 die Kameraproduktion einstellen. Bis dahin gilt noch www.zeroimage.com als die Quelle für Lochkameraliebhaber schlechthin. Wer also Interesse hat, sollte sich beeilen!

Slow down! Explore and enjoy te beautiful world around you…

Langsam werden muß man, wenn man mit der Lochkamera arbeitet. Meditation mit Kamera ist oftmals eine passende Umschreibung für Belichtungen mit diesem archaischen Gerät. Blende 176 ist Standard für „Brennweite“ 50 mm. Wenn der Belichtungsmesser bei bedecktem Himmel Blende 4 mit 1/125 Sekunde anzeigt bedeutet dies – ohne Berücksichtigung des Schwarzschildeffekts – eine Belichtungszeit von 1 Minute; in einer dunklen Kirche sind 15 bis 20 Minuten auch keine Seltenheit. Diese Zeiten und besonders diese Belendenwerte zeigt kein normaler Belichtungsmesser an. Zernike Au fertigt einen sehr schönen kleinen Belichtungsumrechner mit Blendenwerten von 1,4 bis 500 und Zeiten 1/8000 Sekunde bis 15 Stunden.

Das Ergebnis derartiger Meditation hinter dem Kamerastativ sind dann Bilder mit einem leichten Schleier der Unschärfe und endloser Tiefenschärfe.

 

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